Projekt: Admin-Zugänge in 30 Tagen sichtbar und sicherer machen
Ein begrenztes Vorhaben für kleine IT-Teams: privilegierte Konten inventarisieren, gemeinsame Secrets reduzieren, MFA/Passkeys dort einführen, wo es schnell geht, und kritische Adminpfade nachvollziehbar dokumentieren.
Projektidee · von Christian Hoberg · veröffentlicht 23.09.2026 · 8 Min. Lesezeit
ProjektideeAdmin-ZugängeMFAPasskeys
FrageWollt ihr privilegierte Zugänge verbessern, ohne sofort ein großes PAM-Projekt zu starten?
ProblemLokale Admins, gemeinsam genutzte Konten, gespeicherte Kennwörter und Ausnahmekonten sind häufig über Jahre gewachsen und niemand besitzt eine vollständige Sicht.
Erster SchrittAlle privilegierten Konten und die zehn wichtigsten Adminpfade erfassen: Identität, Zielsystem, MFA, Secret-Ablage, Owner und Notfallzugang.
ZielBereinigte privilegierte Zugänge und ein klares Zielbild für Passwortmanager, Passkeys oder späteres PAM.
Aufwandca. 3–6 Personentage verteilt
Zeitraum30 Tage
VoraussetzungenVerzeichnis-/Cloud-Adminzugriff, Liste kritischer Systeme und Bereitschaft zur Bereinigung gemeinsamer Konten
ErgebnisAdmin-Kontenregister, priorisierte Bereinigung, stärkere Authentisierung für geeignete Pfade und dokumentierte Notfallzugänge
1. Privilegierte Konten inventarisieren
Domänen-/Tenant-Admins, lokale Administratoren, Netzwerk-/Firewallkonten, Backup, Virtualisierung, Hypervisor, Datenbanken und Notfallkonten werden mit Owner und Einsatzzweck erfasst.
2. Gemeinsame und dauerhaft privilegierte Konten markieren
Besonders auffällig sind Konten ohne persönliche Zuordnung, dauerhaft hohe Rechte und Secrets, die in Browsern, Dokumenten oder Team-Wikis liegen. Diese Fälle bilden die erste Bereinigungswelle.
3. Starke Authentisierung auf schnelle Pfade bringen
Wo Plattform und Betriebsmodell es zulassen, werden MFA oder phishing-resistente Verfahren wie FIDO2/Passkeys für privilegierte Zugriffe pilotiert. Legacy-Pfade werden separat dokumentiert statt schöngerechnet.
4. Notfallzugriff und Logging abnehmen
Break-glass-Konten, Secret-Wiederherstellung und zentrale Protokollierung werden praktisch geprüft. Das Ergebnis ist kein vollständiges PAM, aber ein deutlich saubererer Ausgangspunkt.
Automatisierung lohnt sich besonders dort, wo ein klarer, häufig wiederholter Ablauf heute Zeit frisst. Ein KI-Projekt ist selten der beste erste Kandidat, wenn Joiner/Mover/Leaver, Tickets oder Standardchanges noch manuell und uneinheitlich laufen.
In vier Wochen entsteht kein perfektes CMDB-Projekt, aber eine belastbare Sicht auf kritische Services, Systeme, Owner, Abhängigkeiten, Backup/Restore, Monitoring und die wichtigsten offenen Risiken.
Nicht jede alte Plattform ist automatisch ein Notfall. Kritisch wird technische Schuld dort, wo Wissen, Wiederherstellung, Support oder sichere Änderungen nicht mehr belastbar funktionieren.
Wenn Security, Lifecycle, Fachverfahren, Support und neue Projekte gleichzeitig drängen, braucht es keine weitere Wunschliste, sondern eine einfache Reihenfolge nach Risiko, Wirkung und Betriebsfähigkeit.