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Backup & Recovery

Ein erfolgreiches Backup ist noch keine Wiederherstellungsstrategie. RPO, RTO, Offline-/Immutable-Kopien und regelmäßige Restore-Tests entscheiden darüber, ob ein Unternehmen nach einem Vorfall wirklich arbeitsfähig wird.

Backup ist eine Wiederanlaufentscheidung

Ein grüner Backup-Job beantwortet nur die Frage, ob eine Kopie erstellt wurde. Für das Unternehmen ist entscheidend, ob Systeme nach Hardwaredefekt, Bedienfehler, Ransomware, Brand oder Ausfall eines Standorts in der benötigten Zeit wieder arbeitsfähig werden. Deshalb beginnt eine belastbare Backup-Planung nicht beim Produkt, sondern bei den Geschäftsanforderungen.

RPO und RTO verständlich festlegen

Das Recovery Point Objective (RPO) beschreibt, wie viel Datenverlust maximal akzeptiert wird. Bei einem RPO von vier Stunden muss eine Wiederherstellung höchstens vier Stunden Daten verlieren. Das Recovery Time Objective (RTO) beschreibt, wie lange ein Dienst ausfallen darf. Beide Werte können sich je System unterscheiden: Ein Fileserver, eine Warenwirtschaft und ein Archiv haben oft völlig andere Prioritäten.

3-2-1 ist ein Ausgangspunkt, kein Selbstzweck

Mehrere Kopien auf unterschiedlichen Medien und mindestens eine getrennte beziehungsweise unveränderbare Kopie reduzieren gemeinsame Fehlerquellen. Wichtig ist jedoch die konkrete Trennung. Ein Backup-Repository, das mit denselben privilegierten Konten administriert wird wie die Produktivumgebung, kann bei einem kompromittierten Admin-Konto ebenfalls gefährdet sein. Immutable Storage, getrennte Zugangsdaten, Offline-Kopien und saubere Netzwerksegmentierung sind deshalb technische Designfragen.

Restore muss gemessen werden

Ein Test sollte nicht nur zeigen, dass eine einzelne Datei zurückkommt. Für kritische Systeme muss geprüft werden, wie lange eine vollständige VM, Datenbank oder Anwendung inklusive Abhängigkeiten benötigt. Dazu gehören DNS, Active Directory, Zertifikate, Netzwerke, Servicekonten und Dokumentation. Erst ein gemessener Restore zeigt, ob das vereinbarte RTO realistisch ist.

Cloud-Dienste sind nicht automatisch Backup

Microsoft 365 und andere SaaS-Plattformen stellen Verfügbarkeit und interne Schutzmechanismen bereit, ersetzen aber nicht in jedem Szenario eine eigene Aufbewahrungs- und Wiederherstellungsstrategie. Anforderungen an Langzeitaufbewahrung, granulare Wiederherstellung, Löschschutz oder unabhängige Kopien sollten explizit geprüft werden.

Fragen vor der Auswahl

  • Welche Daten und Systeme sind geschäftskritisch?
  • Wie viel Datenverlust ist je System akzeptabel?
  • Welche maximale Ausfallzeit ist realistisch?
  • Welche Datenmengen ändern sich täglich?
  • Wo liegt mindestens eine vom Produktivsystem getrennte Kopie?
  • Wie werden Backup-Administratoren und Zugangsdaten geschützt?
  • Wann wurde zuletzt ein kompletter Wiederanlauf getestet?
  • Welche Aufbewahrungsfristen ergeben sich technisch oder organisatorisch?

Ziel des Finders

Der Backup-Finder ordnet Datenmenge, Virtualisierung, Cloud-Dienste, RPO/RTO und Trennungsanforderungen ein. Das Ergebnis soll eine sinnvolle Zielarchitektur beschreiben, bevor Produkte und Speichergrößen verglichen werden.

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