Anforderungsprofil: Terminalserver / RDS
Herstellerneutrales technisches Anforderungs- und Beschaffungspaket zum Entscheidungspaket „Terminalserver / RDS“.
Am Ende steht ein gemessener RDS-/Terminalserver-Pilot mit validierten Fachanwendungen, Profilen, Peripheriegeräten, Login-/Lastprofil, Zugriffsmodell, Lizenzbasis und Betriebs-Runbook.
Thema: terminalserver · Stand 2026-09-21Welle 5 · Workplace & Fachservices
Benutzer- und Fachservices erst auf die freigegebenen Plattform-, Identity-, Recovery- und Access-Pfade aufsetzen.
Vor jeder Punktebewertung nachweisen
Diese Kriterien sind als technische Mindestnachweise formuliert. Nicht erfüllte Muss-Kriterien sollten nicht durch Komfort- oder Preisvorteile kompensiert werden.
| ID | Kriterium | Geforderter Nachweis |
|---|---|---|
| M01 | Geschäftskritische Anwendungen mit mehreren gleichzeitigen Benutzern auf Multi-User-Kompatibilität und Performance pilotieren. | Hersteller-/Angebotsnachweis plus Pilot- oder Betriebsnachweis. |
| M02 | CPU/RAM/IOPS anhand realer Gleichzeitigkeit dimensionieren und Reserve für Login-Stürme, Updates und Host-Ausfall einplanen. | Hersteller-/Angebotsnachweis plus Pilot- oder Betriebsnachweis. |
| M03 | Profil-, OneDrive-/Office-Cache- und FSLogix-Strategie mit Storage-Latenz und Ausschlüssen testen. | Hersteller-/Angebotsnachweis plus Pilot- oder Betriebsnachweis. |
| M04 | Drucker, Scanner, Smartcards, USB-/COM-Geräte und sonstige Peripherie mit realen Endgeräten validieren. | Hersteller-/Angebotsnachweis plus Pilot- oder Betriebsnachweis. |
| M05 | RDS CALs, Microsoft-365-/Office-Rechte, externer Zugriff, MFA/Gateway und ggf. AVD-Lizenzvoraussetzungen separat prüfen. | Hersteller-/Angebotsnachweis plus Pilot- oder Betriebsnachweis. |
Mehrwert nur mit realem Betriebsnutzen bewerten
| ID | Kriterium | Bewertungshinweis |
|---|---|---|
| K01 | Profilcontainer und Sessiondaten lassen sich hochverfügbar sowie transparent überwachen. | Als Mehrwert nur bewerten, wenn die Funktion für den Zielbetrieb nachweisbar nutzbar ist. |
| K02 | Automatisiertes Image-/App-Lifecycle reduziert Drift zwischen Session Hosts. | Als Mehrwert nur bewerten, wenn die Funktion für den Zielbetrieb nachweisbar nutzbar ist. |
| K03 | Conditional Access bzw. kontextbezogene Zugriffskontrollen ergänzen Gateway und MFA. | Als Mehrwert nur bewerten, wenn die Funktion für den Zielbetrieb nachweisbar nutzbar ist. |
| K04 | Nutzungs- und Performance-Telemetrie unterstützt belastbares Capacity Management je Benutzergruppe. | Als Mehrwert nur bewerten, wenn die Funktion für den Zielbetrieb nachweisbar nutzbar ist. |
Fragen für Angebot, Workshop und technische Klärung
Funktionieren kritische Fachanwendungen im Multi-User-Betrieb für repräsentative Benutzergruppen?
Sind CPU, RAM, IOPS und Gleichzeitigkeit mit Login-Spitzen und ausreichender Reserve gemessen?
Sind Profile, OneDrive/Office-Caches und FSLogix-Storage mit Latenz, Redundanz und AV-Ausnahmen belastbar ausgelegt?
Funktionieren benötigte Drucker, Scanner, Smartcards und USB/COM-Sonderfälle im echten Sessionpfad?
Sind RDS CALs, Microsoft-365-Rechte, externe Zugriffe, Gateway und MFA für die Zielpopulation geklärt?
Sind Drain, Hostausfall, Monitoring, Support, Recovery und späterer Plattformwechsel praktisch beherrschbar?
Gates als objektive Abnahmekriterien verwenden
Pilotnutzer und Anwendungen bilden kritische Fachfälle und reale Gleichzeitigkeit ab.
Session- und Login-Last sowie Profil-I/O sind mit definierter Reserve und messbaren Grenzwerten dimensioniert.
Alle geschäftskritischen Peripherie- und Zugriffswege sind technisch testbar und haben keinen ungeklärten Sonderpfad.
Kritische Apps und Peripherie funktionieren unter Zielgleichzeitigkeit; Login und Session-Performance bleiben innerhalb definierter Grenzen.
Geplante Wartung und definierter Hostausfall sind beherrschbar; Lizenz- und Zugriffsmodell passen zu Nutzer- und Gerätepopulation.
Vor Produktivsetzung klären
- Session Hosts, Broker/Gateway, Profile/FSLogix, Loginzeiten und I/O kontinuierlich überwachen.
- Images, Fachanwendungen und Updates ringweise mit Drain- und Rollback-Verfahren betreiben.
- Lizenzserver, RDS CALs, M365-Rechte und externe Zugriffswege regelmäßig überprüfen.
- Peripherie-, Profil- und Benutzerfehler mit reproduzierbaren Runbooks und klarer Eskalation bearbeiten.
Vor Vertragsbindung nachweisen
- Benutzerprofile, Daten, Anwendungspakete und relevante Konfigurationen in ein Folge- oder alternatives Desktopmodell überführen können.
- Peripherie-, Zugriffs- und Lizenzabhängigkeiten vor Vertragsende transparent dokumentieren.
- Repräsentative Benutzer und Fachanwendungen auf der Folgeplattform mit messbarer Performance erneut abnehmen.
Gewichtete Bewertung erst nach den Muss-Kriterien
Die Gewichte ergeben zusammen 100 %. Die Skala bewertet nachgewiesene Eignung – nicht Herstellergröße oder Markenpräferenz.
| Kategorie | Gewicht | Skala | Dokumentation |
|---|---|---|---|
| User/App Fit | 25 % | 0 = nicht nachgewiesen · 1 = teilweise · 2 = erfüllt · 3 = übertroffen | Nachweis/Kommentar |
| Performance & Profiles | 25 % | 0 = nicht nachgewiesen · 1 = teilweise · 2 = erfüllt · 3 = übertroffen | Nachweis/Kommentar |
| Access & Security | 20 % | 0 = nicht nachgewiesen · 1 = teilweise · 2 = erfüllt · 3 = übertroffen | Nachweis/Kommentar |
| Operations & HA | 15 % | 0 = nicht nachgewiesen · 1 = teilweise · 2 = erfüllt · 3 = übertroffen | Nachweis/Kommentar |
| Commercial & Exit | 15 % | 0 = nicht nachgewiesen · 1 = teilweise · 2 = erfüllt · 3 = übertroffen | Nachweis/Kommentar |
Für Pilot, Entscheidung und Vertrag dokumentieren
- Benutzer-/App-Matrix
- Concurrency-Profil
- Kapazitätsmodell
- Profil-/FSLogix-Design
- Peripheriematrix
- Gateway-/MFA-Design
- Pilotmessungen
- Drain-/Failover-Test
- Lizenzmodell
- Betriebs-Runbook